Welche Matratze passt zu mir? Die wichtigsten Kriterien auf einen Blick
Welche Matratze zu Ihnen passt, lässt sich nicht allein anhand eines Härtegrads oder einer bestimmten Matratzenart beantworten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Schlafposition, Körperbau, Körpergewicht, gewünschtem Liegegefühl, Matratzenaufbau und dem verwendeten Bett beziehungsweise Unterbau.
Als Orientierung können Sie sich zunächst folgende Fragen stellen:
- Schlafen Sie überwiegend auf der Seite, auf dem Rücken oder auf dem Bauch?
- Liegen Sie lieber weich, mittelfest oder fest?
- Welche Matratzenkonstruktion bevorzugen Sie?
- Schlafen Sie allein oder gemeinsam mit einer zweiten Person?
- Welche Matratzengröße benötigt Ihr Bett?
- Ist die Matratze mit Ihrem Bettgestell oder Boxspringsystem kompatibel?
Wer diese Punkte nacheinander beantwortet, kann die Auswahl deutlich eingrenzen. Anschließend lassen sich verschiedene Matratzen gezielter anhand ihrer jeweiligen Produktangaben vergleichen.
1. Welche Matratze passt zu meiner Schlafposition?
Die bevorzugte Schlafposition ist ein wichtiger Ausgangspunkt bei der Matratzenwahl. Sie sollte allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Körpergewicht, Körperform, Matratzenaufbau und persönliches Komfortempfinden beeinflussen ebenfalls, wie stark einzelne Körperbereiche einsinken und wie fest sich eine Matratze anfühlt.
| Schlafposition | Worauf sollte man achten? |
|---|---|
| Seitenschläfer | Schulter und Becken sollten ausreichend einsinken können, ohne dass die Liegefläche insgesamt als zu weich empfunden wird. |
| Rückenschläfer | Eine möglichst ausgewogene Unterstützung des Körpers und ein angenehmes Verhältnis zwischen Anpassung und Stabilität sind wichtig. |
| Bauchschläfer | Der mittlere Körperbereich sollte nicht unangenehm tief einsinken. Häufig wird deshalb ein stabileres Liegegefühl bevorzugt. |
| Wechselschläfer | Die Matratze sollte unterschiedliche Schlafpositionen komfortabel unterstützen und Bewegungen nicht unnötig erschweren. |
Matratze für Seitenschläfer
In der Seitenlage liegen insbesondere Schulter und Becken auf der Matratze auf. Diese Bereiche sollten ausreichend nachgeben können. Ist die Matratze subjektiv zu fest, können Schulter und Hüfte stärker belastet werden. Ist sie dagegen zu weich, kann der Körper zu tief einsinken.
Seitenschläfer sollten deshalb nicht ausschließlich nach einem bestimmten Härtegrad suchen. Wichtiger ist, wie Matratzenkern, Komfortschichten und Festigkeit zusammenspielen.
Matratze für Rückenschläfer
Rückenschläfer benötigen häufig eine ausgewogene Liegefläche, die den Körper angenehm aufnimmt, ohne dass einzelne Bereiche deutlich stärker einsinken. Ob dafür eine weichere oder festere Matratze geeigneter ist, hängt vom individuellen Körperbau und dem jeweiligen Matratzenmodell ab.
Matratze für Bauchschläfer
Bei Bauchschläfern sollte besonders darauf geachtet werden, wie stark der Becken- und Bauchbereich einsinkt. Wird die Matratze dort als zu weich empfunden, kann die Liegeposition unangenehm werden. Ein etwas stabileres Liegegefühl kann daher für viele Bauchschläfer sinnvoll sein, eine pauschale Härtegrad-Empfehlung ist jedoch nicht möglich.
2. Welche Rolle spielen Körpergewicht und Härtegrad?
Das Körpergewicht beeinflusst, wie stark eine Matratze belastet wird und wie tief der Körper in die Liegefläche einsinkt. Deshalb kann es bei der Auswahl des Härtegrads berücksichtigt werden. Körpergewicht allein reicht jedoch nicht aus.
Auch Körpergröße, Gewichtsverteilung, Schlafposition, Matratzenkern und persönliche Vorlieben beeinflussen das Liegegefühl.
Warum H2, H3 oder H4 allein nicht ausreichen
Härtegradbezeichnungen wie H2, H3 oder H4 dienen in erster Linie als Orientierung. Sie lassen sich jedoch nicht automatisch von einem Hersteller oder Matratzenmodell auf ein anderes übertragen.
Eine H3-Matratze kann sich deshalb je nach Aufbau anders anfühlen als eine andere H3-Matratze. Auch Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die angegebene Matratzenhärte nicht immer mit der tatsächlich gemessenen Härte übereinstimmt.
Statt ausschließlich nach der Zahl hinter dem Buchstaben H auszuwählen, sollten Sie deshalb mehrere Faktoren gemeinsam prüfen:
- produktspezifische Härtegrad-Empfehlung,
- Körpergewicht und Körperbau,
- bevorzugte Schlafposition,
- Matratzenkern und Komfortschichten,
- persönlich bevorzugtes Liegegefühl.
Die Frage "H2 oder H3?" lässt sich daher nicht seriös allein anhand einer allgemeinen Gewichtstabelle beantworten.
3. Welche Matratzenart passt zu mir?
Neben dem Härtegrad spielt der Aufbau der Matratze eine wichtige Rolle. Taschenfederkern, Kaltschaum, Latex, Visco oder Hybrid können sich hinsichtlich Anpassungsfähigkeit, Reaktionsverhalten, Gewicht und Liegegefühl unterscheiden.
| Matratzenart | Typische Eigenschaften | Darauf achten |
|---|---|---|
| Taschenfederkern | Einzeln angeordnete Federn reagieren auf die Belastung der Liegefläche. Zusätzliche Komfortschichten beeinflussen das Liegegefühl. | Federkernaufbau, Komfortschichten, Härtegrad, Matratzenhöhe und Bezug vergleichen. |
| Kaltschaum | Kann je nach Kernstruktur eine anpassungsfähige und elastische Liegefläche bieten. | Aufbau, Kernqualität, Zonen, Höhe und Festigkeit berücksichtigen. |
| Latex | Kann eine elastische und anpassungsfähige Liegefläche bieten. | Materialzusammensetzung, Gewicht, Kernhöhe und Handhabung prüfen. |
| Visco- und Komfortschaum | Die verwendeten Schaumschichten können das Einsinkverhalten und die Anpassung der Oberfläche beeinflussen. | Nicht nur die Materialbezeichnung, sondern den gesamten Matratzenaufbau vergleichen. |
| Hybrid | Kombiniert unterschiedliche Materialien oder Kernarten innerhalb einer Matratze. | Prüfen, welche Schichten tatsächlich enthalten sind und welche Funktion sie übernehmen. |
Es gibt deshalb nicht grundsätzlich die eine beste Matratzenart. Zwei Taschenfederkernmatratzen können sich genauso unterschiedlich anfühlen wie zwei Schaummatratzen. Entscheidend ist immer das konkrete Modell.
Bei Bermo Home können Sie neben dem gesamten Sortiment auch verschiedene Bambi Matratzen anhand von Aufbau, Größe, Härtegrad und weiteren produktspezifischen Angaben vergleichen.
4. Welche Matratze eignet sich für Paare?
Schlafen zwei Personen im selben Bett, müssen die Bedürfnisse beider berücksichtigt werden. Besonders relevant wird das, wenn sich Körpergewicht, Schlafposition oder bevorzugte Festigkeit deutlich unterscheiden.
Grundsätzlich kommen zwei Lösungen infrage:
- Eine durchgehende Matratze: Sie bietet eine geschlossene Liegefläche und kann sinnvoll sein, wenn beide Personen ähnliche Komfortanforderungen haben.
- Zwei einzelne Matratzen: Sie ermöglichen es, Härtegrad oder Matratzenaufbau für jede Bettseite individuell auszuwählen.
Bei einem Bett mit 180 x 200 cm Liegefläche können beispielsweise abhängig von der Konstruktion eine durchgehende Matratze in 180 x 200 cm oder zwei Matratzen in 90 x 200 cm eingesetzt werden.
Werden zwei einzelne Matratzen kombiniert, sollten Höhe und Aufbau möglichst zueinander passen. Außerdem muss das Bett beziehungsweise der Unterbau für die gewünschte Kombination ausgelegt sein.
5. Welche Matratzengröße brauche ich?
Die richtige Matratzengröße richtet sich zuerst nach der tatsächlich vorgesehenen Liegefläche des Bettes. Entscheidend sind deshalb nicht die Außenmaße des Bettgestells, sondern die Innenmaße beziehungsweise die vom Hersteller angegebene Matratzengröße.
Typische Matratzengrößen sind beispielsweise:
- 90 x 200 cm für klassische Einzelbetten,
- 120 x 200 cm für großzügigere Einzelbetten,
- 140 x 200 cm für breite Einzelbetten oder kompakte Doppelbetten,
- 160 x 200 cm für Doppelbetten,
- 180 x 200 cm für großzügige Doppelbetten.
Welche Breite angenehm ist, hängt zusätzlich davon ab, ob eine oder zwei Personen im Bett schlafen und wie viel Bewegungsfläche persönlich gewünscht wird.
6. Muss die Matratze zum Bett und Unterbau passen?
Ja. Eine Matratze sollte nicht unabhängig vom verwendeten Bettsystem ausgewählt werden. Bettgestell, Lattenrost, Unterbox, Matratze und gegebenenfalls Topper bilden gemeinsam das Schlafsystem.
Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf:
- die benötigte Breite und Länge,
- die Höhe der Matratze,
- wie tief die Matratze im Bettgestell liegt,
- welcher Unterbau verwendet wird,
- ob der Hersteller besondere Anforderungen an den Unterbau nennt.
Bei einem Boxspringbett ist dieser Punkt besonders wichtig. Hier arbeiten Unterbox, Matratze und gegebenenfalls Topper zusammen. Eine beliebige Matratze sollte deshalb nicht automatisch als mit jedem Boxspringsystem kompatibel betrachtet werden.
Wenn Sie ein vollständiges Schlafsystem bevorzugen, können Sie alternativ Boxspringbetten vergleichen und bei jedem Modell prüfen, welche Matratze beziehungsweise welcher Topper im Lieferumfang enthalten ist.
So finden Sie in 6 Schritten die passende Matratze
- Schlafposition bestimmen: Überlegen Sie, ob Sie überwiegend auf der Seite, dem Rücken oder dem Bauch schlafen.
- Liegegefühl festlegen: Entscheiden Sie, ob Sie eher weich, mittelfest oder fest liegen möchten.
- Körperbau berücksichtigen: Körpergewicht und Gewichtsverteilung beeinflussen, wie stark eine Matratze nachgibt.
- Matratzenarten vergleichen: Prüfen Sie Federkern, Schaum, Latex oder Kombinationen nicht nur nach ihrer Bezeichnung, sondern nach ihrem vollständigen Aufbau.
- Größe und Unterbau prüfen: Die Matratze muss exakt zum Bett und zum verwendeten Unterbau passen.
- Produktangaben vergleichen: Prüfen Sie beim konkreten Modell Härtegrad, Aufbau, Höhe, Materialien, Pflegehinweise und weitere Herstellerinformationen.
Die passende Matratze ist somit nicht automatisch die teuerste, härteste oder am häufigsten empfohlene Matratze. Entscheidend ist, welches Modell zu Ihren persönlichen Anforderungen und Ihrem vorhandenen Bett passt.
Häufig gestellte Fragen
Welche Matratze ist die richtige für mich?
Die passende Matratze hängt vor allem von Schlafposition, Körperbau, gewünschtem Liegegefühl, Matratzenaufbau und dem verwendeten Bett ab. Ein einzelner Faktor wie Härtegrad oder Körpergewicht reicht für eine zuverlässige Auswahl nicht aus.
Ist H2 oder H3 besser?
H2 oder H3 ist nicht grundsätzlich besser. Härtegradbezeichnungen können sich je nach Hersteller und Matratzenmodell unterschiedlich anfühlen. Berücksichtigen Sie deshalb immer die produktspezifischen Empfehlungen und den vollständigen Matratzenaufbau.
Welche Matratze eignet sich für Seitenschläfer?
Seitenschläfer sollten darauf achten, dass Schulter und Becken ausreichend nachgeben können, ohne dass der Körper insgesamt zu tief einsinkt. Welcher Härtegrad dafür geeignet ist, hängt unter anderem von Körperbau, Gewicht und Matratzenkonstruktion ab.
Welche Matratze eignet sich für Rückenschläfer?
Für Rückenschläfer ist häufig eine ausgewogene Unterstützung wichtig. Die Matratze sollte weder unangenehm weich noch unnötig fest empfunden werden und zum individuellen Körperbau passen.
Welche Matratze eignet sich für Bauchschläfer?
Bauchschläfer sollten besonders darauf achten, dass der mittlere Körperbereich nicht zu tief einsinkt. Ein stabileres Liegegefühl kann sinnvoll sein, die geeignete Festigkeit bleibt jedoch individuell.
Ist eine harte oder weiche Matratze besser?
Weder eine harte noch eine weiche Matratze ist grundsätzlich besser. Die passende Festigkeit hängt vom individuellen Liegegefühl, Körperbau, Schlafposition und Matratzenaufbau ab.
Welche Matratze eignet sich für zwei Personen?
Bei ähnlichen Komfortanforderungen kann eine durchgehende Matratze geeignet sein. Unterscheiden sich Körpergewicht oder bevorzugte Festigkeit deutlich, können zwei einzelne Matratzen eine individuellere Auswahl ermöglichen.